Architektur im Freien
Pool und Pergola von Marcel Architecten und Max Luciano Geldof in Belgien
Kalifornisches Lebensgefühl in Belgien: Mit Pool, Pergola und organisch gestalteter Bepflanzung verwandelten Marcel Architecten und Max Luciano Geldof den Garten eines Einfamilienhauses in einen luftigen Rückzugsort voller Leichtigkeit und Struktur.
Viel Fantasie hatten die ursprünglichen Planer*innen des belgischen Einfamilienhauses aus den Neunzigerjahren nicht. Analog zum Haus legten sie den Außenraum linear an. „Ursprünglich war der Garten geprägt von Hecken, die zwar für Struktur sorgten, aber wenig Kontrast oder Farbvielfalt boten und außerdem viel Pflege erforderten“, sagt Carmine Van der Linden von Marcel Architecten. Dieses Schema sollte beim Projekt namens KAFI ein neu gestalteter Garten mit Pool und luftigem Gartenhaus durchbrechen.
Blüte trifft Beton
Wichtig war den Bauherr*innen, dass der Pool das ganze Jahr über einen Hauch von Sommer in den Garten bringt. Das rechteckige Becken ließen sie in Beton einfassen. Kleinteilig geflieste Stufen führen ins Wasser. Gelegen an der Grundstücksgrenze gegenüber des Haupthauses, trennt ein üppig bepflanzter Streifen mit immer wieder wechselnden Blütenfarben den Pool von der Grundstückswand ab und relativiert die kühle Wirkung des Betons.
Die taktile Wand, deren vertikale Struktur an Holzlamellen erinnert, begrenzt die Pergola zu zwei Seiten und schirmt den Bereich zu den Nachbarhäusern hin ab. So entsteht eine intime Atmosphäre – trotz der luftigen Konstruktion. Für die schlichte Stahlstruktur ließen sich die Planer*innen von den Case Study Houses in Los Angeles inspirieren, die namhafte Architekt*innen nach dem Zweiten Weltkrieg entwarfen. Die leichte Konstruktion ist ein Gegenstück zum robusten Einfamilienhaus. Sie spendet Schatten und dient Pflanzen als Rankhilfe, die sie mit der Zeit in dichtes Grün hüllen werden.
Stählerner Stauraum
Doch auch praktische Aspekte haben die Architekturbüros bedacht. Wohin mit Sitzkissen und Poolnudel? Wo lassen sich Getränke kaltstellen? Ein Edelstahlelement auf Rädern bietet mobilen Stauraum und Platz für einen kleinen Kühlschrank. In etwas größer dimensionierten Edelstahlboxen nahe des Hauses sind diskret die technischen Anlagen des Pools versteckt. Sie bieten auch Platz für Brennholz und Abfallbehälter.
Fruchtbare Zusammenarbeit
Mit dem Bau von Pool und Pergola ging eine grundsätzliche Neugestaltung des Gartens durch den Landschaftsarchitekten Pieters Faché einher. Er bettete sie in eine Vegetation mit einer sich ständig verändernden Farbpalette. Durch den Garten wurden organisch geschwungene Wege angelegt – als Kontrast zur geradlinigen Konstruktion von Haus und Becken. Runde Steine führen zur Outdoor-Dusche hinter dem Gartenhaus. Ein schmaler Weg geleitet zu einem runden, multifunktionalen Platz inmitten üppiger Bepflanzung.
Die Architekturbüros teilten sich die Planung organisch und gleichberechtigt auf und arbeiteten in jeder Phase eng zusammen. „Als Team kombinierten wir Visionen und Fachkenntnisse, was zu einer intensiven und harmonischen Zusammenarbeit führte“, sagt Carmine Van der Linden. „Sowohl der kreative Entwurf als auch die praktische Ausführung sind das Ergebnis eines kontinuierlichen Dialogs.“ Für die Umsetzung taten sie sich mit talentierten Handwerker*innen aus der Region zusammen.
So viel Teamwork zahlt sich aus: Das Projekt KAFI zeigt, wie eine mit Bedacht geplante Intervention die Wirkung eines Gartens komplett verändern kann. Durch die Konstruktion ergeben sich nicht nur neue Nutzungsmöglichkeiten, auch die Pflege wird einfacher. Architektur und Bepflanzung ergeben gemeinsam ein harmonisches Ganzes.
FOTOGRAFIE Eline Willaert Eline Willaert
| Projektname | KAFI |
| Architektur | Marcel Architecture & Max Luciano Geldof |
| Landschaftsarchitektur | Pieters Faché |
| Fertigstellung | 2023 |
Marcel Architecten
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