Retreat in der Mädchenschule
Umbau von Emma Martí Arquitectura auf Menorca
Effizient in einer inspirierenden Umgebung arbeiten, die Kreativität und Wohlbefinden begünstigt – wer wünscht sich das nicht? Nach dieser Vision entstand auf Menorca in einer früheren Schule das 230 Quadratmeter große Arbeits-Retreat Artchimboldi, das den historischen Geist des Ortes bewahrt.
Mit Artchimboldi möchte die Gründerin Anna Truyol das Konzept des kollektiven Raums verändern. Ihre Vision geht über die Idee eines klassischen Co-Working-Spaces hinaus. Mit viel Liebe zum Detail will sie die Strukturen des Zusammenarbeitens verbessern. Die räumliche Umgebung ist ihr dabei ebenso wichtig wie die kulinarische Versorgung, die Werte des Unternehmens, die Kooperation im Team und die Einstellung der Führungskräfte.
Neue Impulse für das Business
An zwei Adressen in Barcelona hat Anna Truyol ihr Artchimboldi-Konzept bereits erfolgreich umgesetzt – nun ist die dritte Dependance auf Menorca hinzugekommen. Den neuen Space ließ Truyol von der menorquinischen Architektin Emma Martí entwerfen. „Bei der Gestaltung von Artchimboldi auf Menorca wollte ich all das umsetzen, was ich durch die Erfahrungen mit unseren Räumen in Barcelona gelernt habe. Die Geschäftswelt hat sich inzwischen stark weiterentwickelt, zum Glück hin zu freundlicheren Unternehmensstrukturen. Artchimboldi ist ein Raum, der einen weiteren Schritt in Richtung dieser neuen Businesskultur geht“, erklärt Anna Truyol.
Architektonisches Erbe
Im denkmalgeschützten Gebäude, das um 1900 erbaut wurde, war einst die erste Mädchenschule von Sant Lluís – einem kleinen Dorf im Südosten der Insel – untergebracht. Die Nähe zur Natur sowie Funktionalität, Einfachheit, Schönheit, Harmonie und Kreativität stehen im Fokus des innovativen Arbeits-Retreats. Den Charakter der alten Gemäuer und die Seele des Raumes wollten Anna Truyol und Emma Martí erhalten. Deshalb beließen sie beim Umbau des Gebäudes neben Böden, Decken, Fassadenlöchern und Holzelementen auch die Wände aus Marés-Stein in ihrem ursprünglichen, unebenen Zustand. „Auf diese Weise wirken sie lebendig“, erklärt die Architektin.
Arbeitsplatz zum Träumen
Auf beiden Etagen des Artchimboldi befindet sich jeweils ein offener, heller Raum, der warm, inspirierend und einladend wirken soll. Die Küchenmöbel aus Holz im Erdgeschoss wurden auf Maß angefertigt. An der fast sechs Meter hohen Wand hängt eine vier mal vier Meter große Schiefertafel als Reminiszenz an die frühere Nutzung des Hauses. Das antike Bücherregal, die Holzbalken an der Decke, die gemütlichen Sitzkissen und Vorhänge schaffen eine wohnliche Atmosphäre.
Fernab vom Alltag
Die Treppe aus Beton ins zweite Geschoss wurde mit einem Eisengeländer im traditionellen menorquinischen Stil versehen. In der als Ruhebereich konzipierten Etage stehen acht hölzerne Kuben bereit, die mit Futons, Vorhängen und Regalen ausgestattet sind. Auch auf den Kuben kann man sich ausruhen – oder neue Perspektiven gewinnen. Im Innenhof wartet auf die Besucher*innen als Erfrischung der von Emma Martí entworfene Swimmingpool, der mit cremefarbenem Mikrozement verkleidet ist. Sich rundum gut aufgehoben zu fühlen, fördert das Arbeitsklima. Im Artchimboldi Menorca kann man sich vorstellen, wie Anna Truyols Traum von einer offeneren, inspirierten, erfüllenden Arbeitswelt Wirklichkeit wird.
FOTOGRAFIE Pol Viladoms
Pol Viladoms
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